Herbst 2025 - Eine Bootsreise durch die Niederlande
Am 30.09.2025 ging es los vom Heimathafen in Woudsend über das Heegermeer (Hegemer Mar) in Richtung Stavoren.

Bei moderatem Wind durchfuhren wir de Fluezen, vorbei an den
bekannten Weiden in Richtung Koudumm.
Nach einer kurzen Marrekrite Bojen Pause (MB53) fuhren wir
durch die Warnsebrug auf Stavoren zu.
Da absolut kein Verkehr war, konnten wir uns hinter einer
weiteren Segelyacht in die "Warteschlange" zur Schleuse (Johan
Frisosluis) anstellen, die wir nach bereits 10 Minuten
passieren konnten.

Auf dem Ijsselmeer angekommen schlief der oben erwähnte
moderate Wind dann endgültig ein, so dass wir unter Motor die
knapp 12 sm Überfahrt in Richtung Enkhuizen Motoren
mussten.
Die langweilige "Autobahnreise" wurde, wie schon öfter,
genutzt, um die erhitzten Gemüter im Ijsselmeer Wasser
abzukühlen. Dabei wurde achtern mal wieder eine Schleppleine
angebracht.
Hier konnte Mike unter Beweis stellen bis wieviel Knoten er
sich über Wasser halten konnte.
Ich glaube sein vorher aufgestellter Rekord wurde um einen
halben Knoten überboten.
Nach gut 2,5 Stunden erreichten wir nach ein paar "Kreiseln"
die Ansteuerungstonne KG 9 (Iso.G.2s) unmittelbar vor den Toren
Enkhuizens.
Vorbei am Compagniehaven (Steuerbord) kamen wir im alten
Stadthafen (Buitenhaven) an, wo wir uns weit vorne einen tollen
Liegeplatz aussuchen konnten.
Schnell mit der Marina App einen Platz für die Nacht gebucht.






ach einem ausdauernden Abendspaziergang ließen wir den Abend bei wunderschönem Sonnenuntergang an Bord ausklingen.
Am 01.10.2025 sollte es dann früh morgens wieder in Richtung
Ijsselmeer losgehen.
Geweckt wurden wir von einem wundervollen Sonnenaufgang.






Also Leinen los und hinein ins Abenteuer.
Den Weg des Vorabends wieder zurück in Ijsselmeer und Kurs
Nord-Nord-Ost Richtung Kornwerderzand, die Schleuse raus auf
die Nordsee.
Bei Raumshoten Wind mit ca.3 bft aus Süd-Ost fuhren wir unter
Autopiloten knapp 7 Stunden, um gegen 17:30 Uhr Die Schleuse zu
erreichen.




Nach einem kurzen Briefing entschieden wir uns noch raus in
Richtung Harlingen zu fahren (das hätten wir vielleicht besser
planen sollen).
Also durch die Schleuse raus auf die Nordsee.
Mittlerweile hatte der Wind abgenommen, so dass wir im
Kielwasser eines Binnenschiffs unter Motor mit zur Hilfenahme
der Genua gegen 19:00 Uhr bei absoluter Dunkelheit Harlingen
erreicht haben.
Dank der zuvorkommenden Hafenmeisterin, wurde uns ein
Nachtliegeplatz im Noorderhaven zugewiesen.
Hier waren zu dem Zeitpunkt sehr wenige weitere
Wassertouristen, so dass wir einen ruhigen Abend verlebt
haben.
Das wunderbare Essen von Mike rundete den wirklich traumhaften
Segeltag gebührend ab.




Am 02.10.2025 schliefen wir dann aus uns machten uns trotz
Niedrigwasser durch die Prins Hendrikbrug durch den Oude
Buitenhaven final durch die Sasbrug wieder auf in Richtung
Kornwerderzand.
Eine Benneteau 41 segelte hoch am Wind an uns vorbei Richtung
Süd-Süd-West.
Was die können, dass schaffen wir auch.
Also Segel hoch und gucken was passiert.....
Wir hatten den Kiel wie eigentlich immer auf 1,35 m, konnten
aber absolut nicht die gleiche Höhe segeln, so dass wir kurzer
Hand den Kiel auf seine maximale Tiefe von 2,05 m herabgelassen
haben.
Durch die vorherige Abdrift waren wir ca. 3 Meter außerhalb des
Fahrwassers und saßen direkt fest.
Schnell die Segel runter und den Rückwärtsgang
eingeworfen.
Mit tosendem Motor waren wir kurze Zeit später wieder frei und
motorten von nun an pflichtbewusst im Fahrwasser zurück in
Richtung Kornwerderzand.
Auf den Fotos kann man gut erkennen, wie wenig Wasser dann doch
noch da war.
Keine 15 Meter neben den Tonnen lagen die Vögel mit dem Bauch
auf dem Sand.










Zum Glück konnten wir nach kurzer Zeit mit einem Pulk von
Booten die Schleuse Kornwerderzand passieren und in Richtung
Stavoren starten.
Raus aus dem Schleusenvorbecken merkten wir, wie der Wind sich
mittlerweile verändert hatte und stetig zunahm.
Kurs Richtung Süd-Süd-West durchsegelten wir den Windpark
Fryslan.
Ein eigenartiges Gefühl zwischen diesen Windriesen
durchzusegeln.
Erst wenn man sich im Feld befindet, wird einem klar wie
unfassbar hoch die Dinger sind. Ein wirklich abenteuerliches
Erlebnis.
Der Wind frischte immer mehr auf und drehte immer mehr auf Süd
bzw. Süd-Süd-Ost. Also platt gegen an.
Die kurzen bekannten Ijsselmeer Wellen türmten sich immer höher
auf, so dass wir gegen den Wind und die Wellen in Richtung
Stavoren stampften.
Am Bug hatten wir einen Hub von annähernd 2 Metern, so dass die
Wellen immer wieder gegen die Scheibe der Sprayhood gespritzt
sind.

Nach einer wilden Fahrt erreichten wir gegen Spätnachmittag
Stavoren. Wir entschieden uns auf Grund des Wetters
(mittlerweile hatten wir in Böen bis 5 bft) im Gemeente Haven
zu nächtigen.
Mike machte sich dran Ulfs Lieblingsessen (Grünkohl mit
Kasseler und Pinkel) zu kochen.
Nach einem netten kleinen Spaziergang durch den Ort und die
letzten Besorgungen im örtlichen Coop war der Tag schnell
rum.
Frische Luft (und dann auch noch mit so viel Druck) macht müde.

Leider schlug das Wetter nun um und die schönen sonnigen
Stunden wurden immer weniger und der Wind nahm weiter konstant
zu.
In der Johan Frisosluis war nun eine Menge Verkehr. Da der
Wetterbericht Starkwinde mit dem Übergang in einen klassischen
Herbststurm prophezeite kamen immer mehr Yachten vom Ijsselmeer
um den Schutz des Binnenlands zu erreichen


Also entschieden wir uns in Richtung Sneek aufzubrechen. Der
Wind stand günstig, so dass wir bei Süd-Süd-West Wind mit
vollem Tuch bis Heeg segeln konnten. Hinter der Brücke in Heeg
liefen wir auf einen Konvoi von 15 Motoryachten auf, die
ebenfalls auf dem Weg in Richtung Sneek waren.
Vorbei an den mediterranen Bauten von Ijlst durch die Brücke
erreichten wir nach einer weiteren halben Stunde den Waterpoort
von Sneek.
In dem Pulk war es gar nicht so einfach bei dem Wind die Dicke
Kuh auf der Stelle zu halten!
In der Binnengracht zwischen den Beiden Brücken fanden wir
einen ruhigen Liegeplatz für die Nacht.
Nach einem Abendspaziergang und einem immer wieder leckeren Eis
in Sneek haben wir den Abend nach dem Essen an Bord ausklingen
lassen.
In der Nacht setzte neben dem mittlerweile in Böen 100 km/h
Wind auch starker Regen ein.
Morgens waren die Wetterverhältnisse nach wie vor sehr
schlecht, so dass die Brücken nicht mehr so regelmäßig geöffnet
haben.
Wir nutzten die Zeit, um ein wenig Körperpflege im Hafen
Sanitärgebäude zu betreiben.
Nach einer kurzen Absprache entschieden wir uns dann trotz der
katastrophalen Wetterverhältnisse den Heimweg in Richtung
Woudsend anzutreten.
In voller Schlechtwettermontur inkl. Taucherbrille gegen den
peitschenden Regen machten wir uns auf den Weg. Unsere
Liegeplatznachbarn wunderten sich, dass wir bei dem Wetter noch
raus wollten. Die Alternative wäre gewesen, um eine Nacht zu
verlängern aber der Gefahr laufen, dass sich die Verhältnisse
weiter verschlechtern und dann gegebenenfalls die Brücken nicht
mehr aufmachen.
Also los. Mittels voller Maschinenkraft kämpften wir uns gegen
den Wind und die Welle sicher bis nach Woudsend.
Im Hafen angekommen fielen die Last und die Anspannung ab und
wir konnten noch ein paar schöne Stunden im Heimathafen
genießen.
Am 05.10.2025 ging es nach vielen neuen Eindrücken mit dem Auto
nach einem Zwischenstopp dann wieder zurück in die
Heimat.
Es war mal wieder eine tolle Woche mit zahlreichen Eindrücken,
die nach einer Wiederholung schreien.
