
Die Saison 2026 begann verheißungsvoll: Wir hatten alle anstehenden Arbeiten im Blick und termingerecht geplant. Beim ersten Motorstart nach der Winterpause fiel jedoch schnell starker Abgasgeruch im Salon auf. Zunächst dachten wir, die Dieselheizung müsse sich nach der langen Standzeit erst wieder einlaufen. Die Ursache war bald klar: Im Abgaskrümmer klaffte ein großes Loch.
Bei der ersten Begutachtung überlegte ich, das Leck provisorisch mit Flüssigmetall zu schließen. Das Mittel schien zwar ölbeständig, erwies sich jedoch als vermutlich nicht wasserdicht und damit keine dauerhafte Lösung. Eine Suche nach Ersatzteilen ergab einen Neupreis von rund 1.200 € — ein überraschend hoher Betrag. Glücklicherweise erinnerte sich Mike daran, dass beim Bootskauf einige Ersatzteile mitgegeben worden waren. Tatsächlich war ein neuer Krümmer dabei. Ich packte das Ersatzteil ein und brachte es zurück zur Calima.
Im Folgenden finden Sie eine präzise Anleitung zu den erforderlichen Arbeiten, das benötigte Werkzeug sowie Hinweise zu möglichen Überraschungen.
Am Donnerstag, 30.04.2026, sollte der geplante Krümmer Wechsel
beginnen.
Leider hatte ich mir die Sache nur schnell und nicht
detailliert angesehen.
Am Boot angekommen sprühte ich die Bolzen sofort mit Rostlöser
ein, um sie am Folgetag leichter lösen zu können. Dabei hatte
ich jedoch übersehen, dass der Wärmetauscher vollständig vor
dem Krümmer eingebaut ist und den Zugang zu den Krümmerbolzen
komplett blockiert.
Die Nacht darauf war stressig: Aus sechs erwarteten Bolzen
wurden plötzlich 16 — und damit stieg das Risiko, dass etwas
abreist. Besonders problematisch waren die teilweise schwer
erreichbaren, nach oben versetzten Verschraubungen neben dem
kleinen Luk bei der Toilette, die ein nötiges Aufbohren und
Nachschneiden der Gewinde massiv erschwern würden.
Am Tag der Arbeit (01.05.2026) selbst begann ich mit den Bolzen
des Wärmetauschers — entgegen meiner Befürchtungen ließen sich
diese überraschend leicht lösen. Offenbar hatte der Vorbesitzer
bereits ähnliche Arbeiten durchgeführt: Die Bolzen waren mit
Keramikpaste geschützt, sodass keine Schraube Probleme
bereitete.
Nachdem der Wärmetauscher abgeschraubt war, hing er nur noch an
mehreren Schläuchen. Ich ließ das Kühlwasser ab, entfernte den
verhinderten Schlauch und hob den Wärmetauscher hoch, sodass
die Krümmerbolzen sichtbar wurden. Diese waren stark
korrodiert; meine Hoffnung, auch hier Keramikpaste vorzufinden,
erfüllte sich glücklicherweise, und die Bolzen ließen sich
ebenfalls problemlos lösen.
Nach Entfernen der Kreiskühlung und des Abgassensors hielt ich
schließlich den stark beschädigten Krümmer in der Hand. Auf der
Steuerbordseite war ein Loch sichtbar — das war aber nur das
kleinste Problem. Auf Backbord hatte der Krümmer bereits ein
etwa 8 cm großes Loch; durch die Undichtigkeit gelangten
Abgasablagerungen an den Motorblock, der entsprechend
verschmutzt war. Mit Rostlöser und Bremsenreiniger ließ sich
der Schmutz entfernen.
Die Reinigung war schmutzig — bis zu den Ellenbogen schwarz —
aber gründlich. Beim Wiederzusammenbau fiel auf, dass der
Temperaturfühler an der Rückseite des Krümmers mit Hanf
abgedichtet war. Da ich meine Sanitärmaterialien nicht dabei
hatte, fuhr ich kurz zum Baumarkt und kaufte Hanf — der Preis
war allerdings hoch. Teures Fermit war für mich keine Option;
ich dichtete das Hanf zusätzlich mit hitzebeständigem Silikon
ab.
Vor dem Einbau bestrich ich alle Bolzen erneut mit Kupferpaste
und zog sie über Kreuz mit dem vorgeschriebenen Drehmoment an.
Nach der Montage des Wärmetauschers füllte ich das Kühlsystem
und startete den Motor: Der Klang änderte sich deutlich — kein
Zischen mehr am Krümmer, der Motor lief ruhig und gleichmäßig.
Die Reparatur bzw. der Austausch des Krümmers war somit
erfolgreich.
Die Hoffnung, den alten Krümmer schweißen zu können, gab ich
jedoch auf: Nach der groben Reinigung klaffen an beiden Seiten
mehrere Löcher mit Durchmessern von 6–8 cm. Daher wird der alte
Krümmer entsorgt und dem Metallschrott zugeführt.
